Gründe & Klimaschutz
Warum ist eine Abwrackprämie für Heizungen wichtig? Weil veraltete Anlagen einen großen Anteil an den CO₂-Emissionen haben – und der Tausch ein Schlüssel zu den Klimazielen ist.
Warum ist eine Abwrackprämie für Heizungen wichtig?
Bis zum Jahr 2050 sollen die CO2-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 1990 europaweit um 80 bis 95 Prozent sinken. Bis 2030 hat die Bundesregierung bereits eine Senkung um 40 Prozent zugesichert. Die Ziele sollen den menschengemachten Treibhauseffekt mindern und die globale Klimaerwärmung bremsen. Das ist nötig, um Folgen wie schmelzenden Gletschern oder immer häufigeren und heftigeren Unwettern entgegenzuwirken. Aktuell sieht es allerdings so aus, als könnte Deutschland das Ziel nicht erreichen. Ein Grund dafür: Veraltete Heizungen in deutschen Haushalten. Die Abwrackprämie für Heizungen soll genau hier ansetzen.
der installierten Kessel arbeiten heute effizient
der Heizungen sind mindestens 20 Jahre oder älter
Anlagen mit Sanierungspotenzial laut ZVSHK
Ein Blick auf den Heizungsmarkt in Deutschland zeigt: Nur etwa 12 Prozent der installierten Kessel arbeiten heute effizient. 32 Prozent der installierten Heizungen seien sogar mindestens 20 Jahre oder älter, wie eine Studie des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) zeigt. Die Anlagen gelten längst als überholt und hängen dem aktuellen Stand meist weit hinterher. Sie stoßen deutlich mehr Schadstoffe aus als nötig und verursachen darüber hinaus mehr Heizkosten.
Wer die Abwrackprämie für Ölheizungen nutzt, um eine alte Anlage durch eine neue Brennwertheizung auszutauschen, verbraucht teilweise 30 Prozent weniger Energie. Gleichzeitig sinken auch die klimaschädlichen CO2-Emissionen um etwa ein Drittel. Wechselt man zudem den Energieträger – also zum Beispiel von Heizöl zu Erdgas oder Flüssiggas – sind noch einmal rund 15 % weniger CO2 möglich. Denn: Gaslösungen arbeiten deutlich umweltfreundlicher als Heizöl. Die Bundesregierung weiß das und forciert den Heizungstausch mit Zuschüssen von 40 bis 45 Prozent über die Abwrackprämie für alte Heizungen. Das heißt: Wer eine alte Ölheizung austauscht, bekommt fast die Hälfte der anfallenden Kosten vom Staat. Aber nicht nur das. Auch für die Erneuerung aller anderen alten Heizungen gibt es seit 2020 Zuschüsse in Höhe von 20 bis 35 Prozent. Mit diesem Schritt hofft die Regierung, die Sanierungsrate in deutschen Heizungskellern steigern zu können. Denn wie eine Emnid-Umfrage ergab, würden sich 39 Prozent der Hausbesitzer für eine neue Heizung entscheiden, wenn die staatlichen Prämien höher wären. Insgesamt gehe es dabei um 4,7 Millionen Anlagen, wie der ZVSHK (Zentralverband Sanitär Heizung Klima) ermittelt hat.
Die Abwrackprämie für alte Heizungen schafft Hausbesitzern finanzielle Anreize, veraltete Technik durch neue und hocheffiziente zu ersetzen. Denn das spart nicht nur Heizkosten, es senkt auch die CO2-Emissionen in Deutschland. Die Prämie, die zusammen mit dem Klimapaket Ende 2019 beschlossen wurde, ist damit ein bedeutender Baustein der deutschen Klimapolitik und wichtig, um die Klimaziele für 2030 einhalten zu können.