Mit einer Abwrackprämie für Heizungen möchte die Bundesregierung neue Anreize zum Heizungstausch schaffen. Das ist nötig, um die hohen Klimaziele der EU zu erreichen, die Umwelt zu schonen und hohe Strafzahlungen zu umgehen. Während CDU Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen plant, halten manche Branchenverbände eine technologieoffene Förderung für die bessere Lösung. Wir informieren über den aktuellen Stand der Diskussion und zeigen, was Hausbesitzer zur Abwrackprämie für ihre Heizung jetzt wissen müssen.

Alte Ölheizung in weiß passend für Abwrackprämie

Die Themen im Überblick:

Warum ist eine Abwrackprämie für Heizungen wichtig?

Bis zum Jahr 2050 sollen die CO2-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 1990 europaweit um 80 bis 95 Prozent sinken. Bis 2030 hat die Bundesregierung bereits eine Senkung um 40 Prozent zugesichert. Die Ziele sollen den menschengemachten Treibhauseffekt mindern und die globale Klimaerwärmung bremsen. Das ist nötig, um Folgen wie schmelzenden Gletschern oder immer häufigeren und heftigeren Unwettern entgegenzuwirken. Aktuell sieht es allerdings so aus, als könnte Deutschland das Ziel nicht erreichen. Ein Grund dafür: Veraltete Heizungen in deutschen Haushalten. Die Abwrackprämie für Heizungen soll genau hier ansetzen.

Nur 12 Prozent der deutschen Heizungen sind effizient

Ein Blick auf den Heizungsmarkt in Deutschland zeigt: Nur etwa 12 Prozent der installierten Kessel arbeiten heute effizient. 32 Prozent der installierten Heizungen seien sogar mindestens 20 Jahre oder älter, wie eine Studie des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) zeigt. Die Anlagen gelten längst als überholt und hängen dem aktuellen Stand meist weit hinterher. Sie stoßen deutlich mehr Schadstoffe aus als nötig und verursachen darüber hinaus mehr Heizkosten.

Heizungstausch kann Emissionen um bis zu 30 Prozent senken

Wer eine alte Öl- oder Gasheizung durch eine neue Brennwertheizung austauscht, verbraucht teilweise 30 Prozent weniger Energie. Gleichzeitig sinken auch die klimaschädlichen CO2-Emissionen um etwa ein Drittel. Wechselt man zudem den Energieträger – also zum Beispiel von Heizöl zu Erdgas oder Flüssiggas sind nochmal rund 15 % weniger CO2 möglich. Gaslösungen sind einfach deutlich umweltfreundlicher als Heizöl. Die Bundesregierung weiß das und plant, den Heizungstausch mit einer Abwrackprämie für alte Heizungen zu forcieren. Denn 39 Prozent der Hausbesitzer würden sich für eine neue Heizung entscheiden, wenn die staatlichen Prämien höher wären. So das Ergebnis einer Emnid-Umfrage. Insgesamt gehe es dabei um 4,7 Millionen deutscher Heizungen, wie der ZVSHK (Zentralverband Sanitär Heizung Klima) ermittelt hat.

Zusammengefasst: Die Ziele der Austauschprämie für Heizungen

Die Abwrackprämie für alte Heizungen soll Hausbesitzern finanzielle Anreize schaffen, veraltete Technik durch neue und hocheffiziente zu ersetzen. Denn das spart nicht nur Heizkosten, es senkt auch die CO2-Emissionen in Deutschland. Die Prämie ist damit ein bedeutender Baustein der deutschen Klimapolitik und wichtig, um die Klimaziele für 2030 einhalten zu können.

Abwrackprämie für Heizungen: Höhe und worum geht es dabei?

Bei der Abwrackprämie für alte Heizungen geht es um eine staatliche Förderung für den Heizungstausch. Noch nicht ganz klar ist die Höhe der Abwrackprämie. Sie wird seit langem von Branchenverbänden wie dem BDH gefordert und vor kurzem von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in die politische und öffentliche Diskussion gebracht.

Klimaschutzprogramm stellt eine Höhe der Austauschprämie auf bis zu 40 % der Kosten in Aussicht

Nach langen Diskussionen hat das Klimakabinett im September 2019 Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030 verabschiedet. In diesem sind drei wesentliche Eckpunkte für den Heizungsaustausch festgehalten:

  1. Austauschprämie in Höhe von bis zu 40 % der Kosten des Heizungstausch, den Hausbesitzer für den Austausch ineffizienter Heizungen bekommen.
  2. Eine Erhöhung der bestehenden KfW-Förderprogramme um 10 % – also dann vermutlich 10-15 %
  3. Ein Verbot für den Einbau von Ölheizungen ab 2026

Ob es die Abwrackprämie für Heizungen auch im Gewerbe oder nur im privaten Bereich geben soll, bleibt abzuwarten.

Eine ähnliche Prämie gab es in Deutschland bereits. 2009 führte die Regierung eine Umweltprämie in Höhe von 2.500 Euro für PKWs ein. Verbraucher erhielten die Auto-Abwrackprämie, wenn sie ihren alten Wagen verschrotten ließen und sich ein sparsames neues Modell anschafften. Mehr als 1,7 Millionen Deutsche machten sich diese Möglichkeit zunutze.

Alte Ölheizungen sind ungleich in Deutschland verteilt

Die meisten alten Ölheizungen finden sich im Süden Deutschlands – in den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern. Danach folgen schon die Länder Nordrhein-Westfalen (NRW) und Niedersachsen. Das ist auch klar, denn es handelt sich um die Bundesländer mit den meisten Einwohnern. Wenn man sich die Verteilung im Verhältnis zur Einwohnerzahl anschaut liegen Bayern und Baden-Württemberg wieder vorn. Danach folgen aber dann Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Berlin. In den neuen Ländern wie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat man in den 90er Jahren von Kohle, Koks oder Fernwärme schon begonnen auf Gas oder Flüssiggas umzustellen. Deshalb gibt es dort vergleichsweise wenig alte Ölheizungen.

Umtauschprämie für alte Ölheizungen nicht zielführend?

Grundsätzlich ist die Prämie eine sinnvolle Sache. Doch Branchenexperten kritisieren die Ausrichtung, allein auf Ölheizungen. Denn Ölheizungen versorgen heute nur 28,9 Prozent der Wohngebäude mit Wärme. Viele Wohnhäuser in Deutschland beziehen Wärme für Heizung und Warmwasser hingegen noch aus Kohleheizungen. Auch diese sind in vielen Fällen veraltet und damit reif für den Austausch. Die Abwrackprämie für alte Ölheizungen sollte also besser als generelle Abwrackprämie für Heizungen eingeführt werden. Das erhöht die Potenziale der Fördermaßnahme und trägt wesentlich besser zum Gelingen der deutschen Klimaziele bei.

Abwrackprämie: Steuerliche Behandlung als Alternative

Alternativ zur Abwrackprämie für Öl- und Gasheizungen in Höhe von 1.000 bis 1.500 Euro, empfehlen Experten Steuerermäßigungen als Abwrackprämie. Die steuerliche Behandlung wäre leichter umzusetzen und könnte zudem helfen, Schwarzarbeit zu verhindern. Das meint unter anderem Andreas Müller, Geschäftsführer des ZVSHK. Ähnliche Modelle gibt es bereits. So zum Beispiel zur Förderung von Handwerksleistungen an selbst genutzten Wohnhäusern. Denn diese können Hausbesitzer steuerlich geltend machen. Mit einer Höchstsumme von 6.000 Euro im Jahr und einer Förderrate von 20 Prozent bekommen Verbraucher auf diese Weise jährlich bis zu 1.200 Euro erstattet.

Übrigens: Auch ohne Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen können Eigenheimbesitzer die Förderung heute nutzen, um den Austausch alter Kessel zu finanzieren.

Abwrackprämie Heizung 2019: In einigen Bundesländern bereits verfügbar

Die Idee einer Abwrackprämie für Heizungen ist nicht neu. Denn in Ländern wie Sachsen, Berlin oder dem Saarland gab oder gibt es sie bereits heute. So vergibt zum Beispiel das Saarland eine Abwrackprämie für Heizung und Solar. Insgesamt stehen die Fördermittel in Höhe von 1.000 Euro 2.500 Haushalten zur Verfügung, die eine alte Heizung austauschen oder um eine Solaranlage ergänzen. In Sachsen gab es die Abwrackprämie für Heizungen bereits im Jahr 2009. Hier erhielten Hausbesitzer, die veraltete Technik austauschen ließen, einen Zuschuss in Höhe von 1.250 Euro. Heute sind die Fördertöpfe ausgeschöpft und das Programm ist beendet. Kurz vor der Einführung einer Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen steht hingegen Berlin. Hier soll es in Zukunft bis zu 5.000 Euro vom Senat geben, wenn Eigenheimbesitzer veraltete Kessel austauschen. Im Bundesland NRW wurde bereits im Jahr 212 eine Abwrackprämie für Heizungen gefordert. Diese konnte bis heut nicht eingeführt werden. Dafür gibt es die Aktion Kesseltausch NRW bei der man 200 € Gutschrift bekommen kann.

Abwrackprämie für Öfen und Elektroheizungen

Hohe Fördermittel gab es bisher aber nicht nur für Maßnahmen an Zentralheizungen. So zahlte Vattenfall Hausbesitzern im Jahr 2010 350 Euro, wenn sie alte Nachtspeicherheizungen außer Betrieb nehmen ließen. Im Bundesland Rheinland-Pfalz gab es 2018 ebenfalls eine Abwrackprämie für Öfen. Sie betrug bis zu 800 Euro und sollte der hohen Feinstaubbelastung durch alte Kamine entgegenwirken. Inzwischen sind die veranschlagten Mittel auch hier aufgebraucht.

Auch wenn es die genannten Förderprogramme, Umwelt- und Abwrackprämien heute teilweise nicht mehr gibt, zeigen die Beispiele doch den großen Erfolg solcher Maßnahmen. Außerdem ist anzunehmen, dass es auch in Zukunft regionale Förderprogramme für Heizungen und Öfen gibt. Wer einen Austausch plant, sollte sich daher am besten von einem Experten aus der eigenen Region beraten lassen.

Diese Alternativen zur Abwrackprämie für alte Ölheizungen gibt es aktuell

Wann die Abwrackprämie für alte Ölheizungen kommt und wie sie im Detail ausgestaltet ist, bleibt abzuwarten. Wer einen Heizungstausch plant, bekommt dafür aber auch heute schon hohe Fördermittel. Vergeben werden diese von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Darüber hinaus gibt es Fördermittel auch von Gemeinden, Städten oder Unternehmen. Da sich die Bedingungen hier häufig ändern können, empfehlen wir dazu die Beratung durch einen Energieberater aus der eigenen Region. Im Folgenden geben wir einen Überblick über Alternativen zur Abwrackprämie und zeigen, wie Verbraucher von den Angeboten profitieren.

KfW-Förderung für neue Öl- oder Gasheizungen mit Brennwerttechnik

Eine Art Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen gibt es heute von der KfW. Denn die Förderbank unterstützt Hausbesitzer, die Kessel dieser Art durch Brennwertheizungen ersetzen, mit hohen Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen.

KfW-Programm Fördergegenstand Förderart und -höhe Beantragung
152 „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ Austausch alter Öl- und Gasheizungen sowie Maßnahmen zur energetischen Modernisierung von Gebäuden Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von mindestens 7,5 Prozent vor Maßnahmenbeginn bei der Hausbank (Voraussetzung: Bestätigung durch Energieberater)
430 „Energieeffizient Sanieren – Investitions­zuschuss“ Einmaliger Zuschuss in Höhe von mindestens 10 Prozent vor Maßnahmenbeginn über das Online-Zuschussportal der KfW (Voraussetzung: Bestätigung durch Energieberater)

 

Wer die alte Heizung austauscht und im gleichen Zuge die bestehende Installation modernisiert, bekommt noch bessere Konditionen. Denn dann gibt es eine alternative Abwrackprämie für Heizungen mit einem Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent (Kreditvariante) oder mit einem Zuschuss in Höhe von 15 Prozent (Zuschussvariante).

Hohe BAFA-Förderung als Alternative zur Abwrackprämie für alte Heizungen

Eine Alternative zur Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen bietet auch das BAFA mit dem Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“. Denn über dieses erhalten Hausbesitzer hohe Zuschüsse, wenn sie alte Kessel durch eine neue Umweltheizung ersetzen. Mittel gibt es dabei für Solaranlagen, Öfen, Holzheizungen sowie Wärmepumpen.

BAFA-Programm Fördergegenstand Förderart und -höhe Beantragung
Heizen mit erneuerbaren Energien Solaranlagen Zuschuss in Höhe von mindestens:

–   500 Euro für Warmwasser-Solaranlagen und

–   2.000 Euro für die Solarthermie zur Heizungsunterstützung

Online über die Webseite des BAFA vor der Beauftragung einer ausführenden Firma
Holzheizungen Zuschuss in Höhe von mindestens:

–   2.000 Euro für Pelletöfen mit Wassertasche

–   2.000 Euro für Holzvergaserkessel

–   3.000 Euro für Pelletkessel

–   3.500 Euro für Hackschnitzelkessel

–   5.000 Euro für Kombikessel

Wärmepumpen Zuschuss in Höhe von mindestens:

–   1.3000 Euro für Luft-Wasser-Wärmepumpen

–   4.000 Euro für Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen

–   4.500 Euro für Gas-Wärmepumpen

 

Die Höhe der alternativen Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen lässt sich hier sogar noch steigern. So gibt es extra Zuschüsse, wenn Hausbesitzer Maßnahmen kombinieren, ihr Haus sanieren oder die alte Heizungsanlage modernisieren.

Wichtig zu wissen: Die Förderung als Art der Abwrackprämie für alte Heizungen gibt es auch im Gewerbe.

Keine Fördermittel erhältlich? Hausbesitzer können Handwerkerkosten absetzen

Kommen die genannten Förderprogramme nicht infrage? Dann können Hausbesitzer zumindest die Lohnkosten der Heizungsbauer steuerlich geltend machen. Wie bereits beschrieben, bekommen sie dabei 20 Prozent der Handwerkerkosten (maximal 1.200 Euro im Jahr) vom Finanzamt erstattet. Die Ausgaben geben Eigenheimbesitzer dazu einfach in ihrer Einkommenssteuererklärung an. Auch wenn die Förderung oft nicht hoch ist, bekommen so zumindest alle Hausbesitzer eine kleine Abwrackprämie für ihre alte Heizung.

Der Heizungstausch ist geplant: Welche Alternativen kommen infrage?

Genau wie die geplante Abwrackprämie für alte Ölheizungen, gibt es auch die aktuell verfügbaren Fördermittel für den Austausch ineffizienter Kessel. Geht es um den Einbau neuer und effizienter Technik, haben Hausbesitzer jedoch eine große Auswahl. Aber wie lässt sich die Förderung gewinnbringend nutzen und welche Abwrackprämien-Angebote passen am besten zum eigenen Haus?

Abwrackprämie: Angebotene Heizungs-Alternativen Eigenschaften Voraussetzung Vorteile Nachteile
Brennwertheizung für Erdgas, Flüssiggas und Öl Moderne Brennwert-technik zur Nutzung verborgene Abgaswärme Gasanschluss oder Öltankanlage; niedrige Rücklauf-Temperaturen der Heizung, realisierbar mit großen Heizkörpern und hydraulischem Abgleich günstig in der Anschaffung; platzsparend; vergleichsweise effizient hohe Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen; Ölheizung verbraucht viel Platz; Heizöl hat geringe Reichweite; Öltanks nicht immer ohne Weiteres zugelassen
Flüssiggasheizung Brennwert-technik zur Nutzung verborgener Abgaswärme; Flüssiggastank; niedrige Rücklauf-Temperaturen der Heizung, realisierbar mit großen Heizkörpern und hydraulischem Abgleich günstig in der Anschaffung; nahezu überall möglich; platzsparend; vergleichsweise effizient; Einsatz von Bio-Flüssiggas möglich Gastank verbraucht viel Platz im Garten (Alternativ: unterirdisch aufstellbar, dann nicht sichtbar);
Brennstoffzellenheizung Kalte Verbrennung erzeugt Wärme und Strom Gasanschluss oder Flüssiggastank (in Zukunft); alternativ: Solaranlage mit Elektrolyseur und Wasserstoff-tank teilweise autarke Versorgung; zunehmende Unabhängigkeit von Strom-anbietern; hohe Anschaffungskosten trotz Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen
Holzheizung (Scheitholz oder Pellets) Verbrennung von Holzscheiten und Pellets (gepresste Holzstäbchen aus Sägespänen) Zeit zum Nachlegen von Scheiten; Platz zur trockenen Lagerung von Brennholz und Pellets Heizen mit regionalen und erneuerbaren Energieträgern; Pelletheizung ist komfortabel steigende Feinstaub-belastung; hoher manueller Aufwand (Scheitholz); hoher Platzbedarf (Pellets); hohe Anschaffungskosten trotz Abwrackprämie für Heizungen sehr hohe CO2 Belastung wenn Holz nicht nachwächst
Wärmepumpe Mit Strom oder Gas angetriebener Prozess macht Wärme aus Luft, Wasser oder Erde zum Heizen nutzbar niedrige Systemtemperaturen, realisierbar mit Flächen-heizung, großen Heizkörpern und guter Dämmung umwelt-freundlich, wenn der im Winter Strom aus erneuerbaren Energien kommt; günstig im Betrieb (wenn Voraussetzungen erfüllt sind) im Altbau nur bedingt geeignet; hohe Betriebskosten bei ungünstigen Voraus-setzungen

Auslegung können nur Experten machen

 

Öl- und Gasheizungen mit Brennwerttechnik

Wer die kommende Abwrackprämie für alte Ölheizungen nutzen möchte, kann einfach eine moderne Brennwertheizung einbauen. Die Systeme gewinnen ungenutzte Energie aus dem Abgas zurück und führen diese der Heizungsanlage zu. Im Vergleich zu alten Kesseln lässt sich der Energieverbrauch auf diese Weise um bis zu 30 Prozent senken. Die Lösungen kommen in vielen Gebäuden infrage, setzen allerdings eine niedrige Rücklauftemperatur voraus. Diese ist nötig, um das Wasser im Abgas zum Kondensieren zu bringen und die verborgene Energie nutzen zu können. Realisieren lässt sich das zum Beispiel mit größeren Heizkörpern oder einem hydraulischen Abgleich.

Geht es um eine Entscheidung zwischen Öl und Gas, bringt eine Gasheizung mehr Vorteile mit sich. Denn die Technik ist platzsparender. Sie verursacht keine unangenehmen Gerüche und Gas lässt sich in Zukunft auch regenerativ herstellen. Mit Bio-Erdgas und Bio-Flüssiggas lassen sich so bis zu 80 % CO2 einsparen.

Auch noch nicht regenerativ hergestelltes Gas hat schon rund 15 % weniger Co2 als Heizöl. Diesen Vorteil sollte man unbedingt nutzen und auf Erdgas oder Flüssiggas wechseln.

Die Gasheizung und Flüssiggasheizung mit Brennwerttechnik

Von den aktuell etwa 5,5 Millionen Ölheizungen in Deutschland, befinden sich die Hälfte in Regionen, in denen Gasleitungen vorhanden sind. Dort wo eine Gasleitung liegt ist klar: Wechseln Sie zu Erdgas. Die Alternative für ländliche Regionen ist Flüssiggas. Flüssiggasheizungen arbeiten nicht weniger effizient als Gasbrennwertheizungen. Sie lassen sich nahezu überall installieren und sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Die meisten Kunden wollen einen Flüssiggastank mieten, allerdings kann man diesen auch kaufen. Es handelt sich dabei also um eine gute Möglichkeit für Hausbesitzer, die Abwrackprämie für alte Ölheizungen gewinnbringend zu nutzen.

Vorteile der Gasheizung im Vergleich zur Ölheizung

  1. günstiger in der Anschaffung – in der Regel 1.000 – 2.000 €
  2. Einfacher im Einbau
  3. Wesentlich erprobtere Heiztechnik
  4. günstigere Wartung – meist um die 100 € im Jahr
  5. Weniger Aufwand bei Schornsteinfeger
  6. Höherer Brennwertnutzen und breiterer Brennwertbereich
  7. Weniger CO2
  8. Sehr viel weniger Feinstaub und Stickoxide

Ein weiterer Vorteil: Flüssiggas ist bereits heute als regenerativer Brennstoff erhältlich. Erkennt die Regierung das sogenannte BIO-LPG (Bio-Flüssiggas) als solches an, ist es die einfachste Möglichkeit, gesetzliche Anforderungen an den Anteil regenerativer Energien beim Heizungstausch zu erfüllen. Außerdem lässt sich der bilanzielle CO2-Ausstoß mit Bio-Flüssiggas um bis zu 80 Prozent senken, was auch den Klimazielen der Bundesregierung zugutekommt.

 

Brennstoffzellenheizung für Strom und Wärme

Teurer in der Anschaffung, dafür aber wesentlich umfangreicher in der Funktion ist die sogenannte Brennstoffzellenheizung. Die Anlagen nutzen einen elektrochemischen Prozess, bei dem Wasserstoff unter kontrollierten Bedingungen mit Sauerstoff aus der Luft reagiert. Neben Wärme zum Heizen entsteht bei der sogenannten kalten Verbrennung auch Strom. Das heißt: Hausbesitzer können sich mit einer Brennstoffzellenheizung zumindest teilweise autark versorgen. Sie erlangen eine hohe Unabhängigkeit von öffentlichen Stromanbietern und senken ihre Energiekosten spürbar. Das Gute daran: Einen Wasserstofftank müssen Hausbesitzer für die Technik nicht installieren. Denn den Rohstoff gewinnen moderne Anlagen aktuell aus Erdgas. In Zukunft sollen auch Flüssiggas-Brennstoffzellenheizungen am Markt verfügbar sein. Theoretisch ist das bereits heute möglich.

Einen Haken hat die Technik aber. Denn trotz staatlicher Förderung und Abwrackprämie für alte Ölheizungen oder Gasheizungen sind Brennstoffzellenheizungen noch immer sehr teuer. Vor der Anschaffung sollten Hausbesitzer daher einen unabhängigen Experten (Energieberater) mit einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung beauftragen.

Holzscheit- und Pelletheizungen

Die Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen können Hausbesitzer aber auch in eine Holzheizung stecken. Zur Auswahl stehen dabei Scheitholzvergaser- und Pelletheizungen. Erstere verbrennen gespaltene Holzstücke vergleichsweise effizient. Da die Scheite täglich von Hand nachzulegen sind, kommt diese Heizungsart heute allerdings für wenige Hausbesitzer infrage. Eine Alternative ist die Pelletheizung. Diese verbrennt gepresste Holzstäbchen vollautomatisch. Die Pellets lagern in einem Speicher in oder vor dem Haus und lassen sich von da aus bedarfsgerecht zum Kessel transportieren. Eigenheimbesitzer haben in der Regel kaum etwas zu tun – lediglich die Asche müssen sie dabei oft rausbringen. Die größten Nachteile hier: Pelletheizungen benötigen viel Platz im Haus und sind trotz Abwrackprämie für alte Heizungen kostenintensiv. Holz sowie Pellets lassen sich außerdem nur in einem gewissen Maße nachhaltig bereitstellen. Steigt der Bedarf sehr stark an, könnten die Brennstoffe knapp und damit auch sehr teuer werden. Zudem ist der CO2 Ausstoß rund doppelt so hoch wie beim Gas wenn nicht im gleichen Maße neues Holz nachwächst, welches gerade in Heizungen verbrannt wird.

Wärmepumpen für neue und alte Häuser

Abwrackprämie für die Heizung beantragen, Kessel aus- und Wärmepumpe einbauen. Auch das ist ein denkbarer und umweltfreundlicher Weg. Denn Wärmepumpen nutzen einen mit Gas oder Strom angetriebenen Prozess, um kostenfreie Wärme aus der Luft, der Erde oder dem Wasser zum Heizen nutzbar zu machen. Effizient funktioniert das allerdings nur, wenn die Heizung das eigene Haus auch mit niedrigen Systemtemperaturen wohlig warm bekommt. Voraussetzung dafür sind große Heizflächen und gedämmte Wände. Vor allem bei einem Heizungstausch im Altbau kann das mit hohen Zusatzkosten verbunden sein, weshalb sich die Wärmepumpe hier nicht immer lohnt. Außerdem befürchten einige Experten folgendes: Installieren viele Hausbesitzer mit einem Mal eine Wärmepumpe, würde das zu einem sehr hohen Strombedarf im Winter führen, der die Netze überlasten könnte. Eine Alternative: Die Flüssiggas-Wärmepumpe, die ohne Strom als Antriebsenergie auskommt.

Individuelle Beratung hilft, die Abwrackprämie für Heizungen gewinnbringend einzusetzen

Die vorangegangenen Abschnitte zeigen: Heute gibt es viele Möglichkeiten, die Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen einzusetzen. Welche davon am besten geeignet ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Denn das hängt sehr stark von den örtlichen Gegebenheiten und dem aktuellen Gebäudezustand ab. Die Lösung, die aus ökologischer und finanzieller Sicht am besten geeignet ist, finden Hausbesitzer nur mit der individuellen Beratung durch einen Energieberater.

Lohnt sich die Abwrackprämie für meine Heizung überhaupt?

Experten und Branchenverbände empfehlen, Heizungen ab einem Alter von 15 Jahren genau zu prüfen. Denn bereits dann sind sie meist technisch überholt und verbrauchen mehr als nötig. Der Einbau moderner Wärmeerzeuger geht dabei in vielen Fällen mit so hohen Einsparungen einher, dass sich die Ausgaben auch ohne Förderung rechnen. Die Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen schafft genau wie andere Förderprogramme finanzielle Anreize. Sie sorgt für eine höhere Wirtschaftlichkeit und damit auch dafür, dass sich die Ausgaben in die moderne Technik schneller rechnen. Allgemein lässt sich also sagen: Die Abwrackprämie für Heizungen lohnt sich.

Ein Heizungstausch hat nicht nur finanzielle Vorteile

Und das nicht nur aus finanzieller Sicht. Denn ein Heizungstausch bringt vielen Hausbesitzern auch weitere Vorteile. So gelten moderne Heizungsanlagen als erprobt, sicher und zuverlässig. Sie sind mit intelligenten Regelsystemen ausgestattet und erhöhen neben der Effizienz auch den Komfort. Ein weiterer Vorteil: Bei alten Kesseln kann die Ersatzteillage schon einmal knapp werden. Bei einem Fehler führt das unter Umständen dazu, dass es sehr lange dauert, bis dieser behoben ist. Wer die Abwrackprämie für Heizungen nutzt, um moderne Technik anzuschaffen, geht diesem Problem aus dem Weg.

Heizungstausch in vielen Fällen ohnehin gesetzlich vorgeschrieben

In vielen Fällen stellt sich die Frage nach den Vorteilen eines Heizungstausches gar nicht. Denn die Energieeinsparverordnung (aktuell EnEV 2014) fordert den Austausch von Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind. Das gilt zumindest dann, wenn die Kessel noch nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren. Von der Nachrüstpflicht befreit sind lediglich Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die diese bereits im Februar 2002 selbst bewohnten. Verkaufen, verschenken oder vererben diese die Gebäude, müssen die neuen Eigentümer den Heizungstausch dann allerdings durchführen. Dazu haben sie aktuell zwei Jahre Zeit.

Wie kann ich die Abwrackprämie für Heizungen beantragen?

Aktuell ist die Abwrackprämie für alte Ölheizungen in der politischen Diskussion. Während Regierungsvertreter an einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 1.000 bis 1.500 Euro denken, können sich Branchenvertreter auch eine steuerliche Vergünstigung vorstellen. Wie und wo die Abwrackprämie zu beantragen ist, lässt sich aktuell noch nicht sagen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich der Diskurs in Zukunft entwickelt.

Alternativen zur Abwrackprämie für Heizungen sind in der Regel vor dem Einbau der neuen Technik zu beantragen. Wie bereits beschrieben funktioniert das bei:

  • Zuschüssen der KfW über das Online-Zuschussportal der Förderbank
  • Darlehen der KfW über die eigene Hausbank
  • Fördermitteln des BAFA über die BAFA-Webseite

Für die Mittel der KfW ist außerdem die Bestätigung eines unabhängigen Energie-Effizienz-Experten erforderlich.

Fazit: Die Abwrackprämie für alte Ölheizungen reicht nicht aus

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Abwrackprämie für alte Heizungen von vielen Seiten gefordert und als sinnvoll erachtet wird. Denn sie kann die zu geringe Sanierungsquote anheben und zu erheblichen Energieeinsparungen beitragen. Während Hausbesitzer dabei vor allem von sinkenden Heizkosten profitieren, lassen sich auch die CO2-Emissionen reduzieren. Das kommt den deutschen Klimazielen zugute und hilft, die Folgen des menschengemachten Treibhauseffekts zumindest einzudämmen. Eine Abwrackprämie allein für alte Ölheizungen reicht vielen Experten allerdings nicht. Sie fordern die Prämie auch für alte Gasheizanlagen, da diese ebenfalls ineffizient, teuer und umweltschädlich sind.