Thema 05

Heizungsalternativen

Der Heizungstausch ist geplant: Welche Alternativen kommen infrage? Ein Vergleich von Brennwert, Flüssiggas, Brennstoffzelle, Holz und Wärmepumpe.

Der Heizungstausch ist geplant: Welche Alternativen kommen infrage?

Genau wie die Abwrackprämie für alte Ölheizungen gibt es auch Fördermittel für den Austausch ineffizienter Kessel. Geht es um den Einbau neuer und effizienter Technik, haben Hausbesitzer jedoch eine große Auswahl. Aber wie lässt sich die Förderung gewinnbringend nutzen und welche Abwrackprämien-Angebote passen am besten zum eigenen Haus?

Abwrackprämie: angebotene Heizungs-Alternativen im Vergleich
Heizungs-Alternativen Eigenschaften Voraussetzung Vorteile Nachteile
Brennwertheizung für Erdgas, Flüssiggas und Öl Moderne Brennwerttechnik zur Nutzung verborgener Abgaswärme Gasanschluss oder Öltankanlage; niedrige Rücklauf-Temperaturen der Heizung, realisierbar mit großen Heizkörpern und hydraulischem Abgleich günstig in der Anschaffung; platzsparend; vergleichsweise effizient hohe Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen; Ölheizung verbraucht viel Platz; Heizöl hat geringe Reichweite; Öltanks nicht immer ohne Weiteres zugelassen
Flüssiggasheizung Brennwerttechnik zur Nutzung verborgener Abgaswärme Flüssiggastank; niedrige Rücklauf-Temperaturen der Heizung, realisierbar mit großen Heizkörpern und hydraulischem Abgleich günstig in der Anschaffung; nahezu überall möglich; platzsparend; vergleichsweise effizient; Einsatz von Bio-Flüssiggas möglich Gastank verbraucht viel Platz im Garten (Alternativ: unterirdisch aufstellbar, dann nicht sichtbar)
Brennstoffzellenheizung Kalte Verbrennung erzeugt Wärme und Strom Gasanschluss oder Flüssiggastank (in Zukunft); alternativ: Solaranlage mit Elektrolyseur und Wasserstofftank teilweise autarke Versorgung; zunehmende Unabhängigkeit von Stromanbietern hohe Anschaffungskosten trotz Förderung und Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen
Holzheizung (Scheitholz oder Pellets) Verbrennung von Holzscheiten und Pellets (gepresste Holzstäbchen aus Sägespänen) Zeit zum Nachlegen von Scheiten; Platz zur trockenen Lagerung von Brennholz und Pellets Heizen mit regionalen und erneuerbaren Energieträgern; Pelletheizung ist komfortabel steigende Feinstaubbelastung; hoher manueller Aufwand (Scheitholz); hoher Platzbedarf (Pellets); hohe Anschaffungskosten trotz Abwrackprämie für Heizungen; sehr hohe CO2-Belastung, wenn Holz nicht nachwächst
Wärmepumpe Mit Strom oder Gas angetriebener Prozess macht Wärme aus Luft, Wasser oder Erde zum Heizen nutzbar niedrige Systemtemperaturen, realisierbar mit Flächenheizung, großen Heizkörpern und guter Dämmung umweltfreundlich, wenn im Winter Strom aus erneuerbaren Energien kommt; günstig im Betrieb (wenn Voraussetzungen erfüllt sind) im Altbau nur bedingt geeignet; hohe Betriebskosten bei ungünstigen Voraussetzungen; Auslegung können nur Experten machen

Öl- und Gasheizungen mit Brennwerttechnik

Wer die Abwrackprämie für Ölheizungen nutzen möchte, kann eine hybride Brennwertheizung einbauen. Die Systeme gewinnen ungenutzte Energie aus dem Abgas zurück und führen diese der Heizungsanlage zu. Außerdem arbeiten sie mit einer Solaranlage, einer Biomasse- oder einer Wärmepumpenheizung zusammen. Im Vergleich zu alten Kesseln lässt sich der Energieverbrauch auf diese Weise um mehr als 30 Prozent senken. Die Lösungen kommen in vielen Gebäuden infrage, setzen allerdings eine niedrige Rücklauftemperatur voraus. Diese ist nötig, um das Wasser im Abgas zum Kondensieren zu bringen und die verborgene Energie nutzen zu können. Realisieren lässt sich das zum Beispiel mit größeren Heizkörpern oder einem hydraulischen Abgleich.

Geht es um eine Entscheidung zwischen Öl und Gas, bringt eine Gasheizung mehr Vorteile mit sich. Denn die Technik ist platzsparender. Sie verursacht keine unangenehmen Gerüche und Gas lässt sich in Zukunft auch regenerativ herstellen. Mit Bio-Erdgas und Bio-Flüssiggas lassen sich so bis zu 80 % CO2 einsparen. Auch nicht regenerativ hergestelltes Gas hat rund 15 % weniger CO2 als Heizöl. Diesen Vorteil sollte man unbedingt nutzen und auf Erdgas oder Flüssiggas wechseln.

Moderne Gasbrennwerttherme an einer Wand
Gasbrennwerttechnik nutzt die verborgene Wärme aus dem Abgas

Die Gasheizung und Flüssiggasheizung mit Brennwerttechnik

Von den aktuell etwa 5,5 Millionen Ölheizungen in Deutschland befinden sich die Hälfte in Regionen, in denen Gasleitungen vorhanden sind. Dort, wo eine Gasleitung liegt, ist klar: Wechseln Sie zu Erdgas. Die Alternative für ländliche Regionen ist Flüssiggas. Flüssiggasheizungen arbeiten nicht weniger effizient als Gasbrennwertheizungen. Sie lassen sich nahezu überall installieren und sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Die meisten Kunden wollen einen Gastank mieten, allerdings kann man diesen auch kaufen. Es handelt sich dabei also um eine gute Möglichkeit für Hausbesitzer, die Abwrackprämie für alte Ölheizungen gewinnbringend zu nutzen.

Vorteile der Gasheizung im Vergleich zur Ölheizung

  • günstiger in der Anschaffung – in der Regel 1.000 – 2.000 €
  • Einfacher im Einbau
  • wesentlich erprobtere Heiztechnik
  • günstigere Wartung – meist um die 100 € im Jahr
  • geringerer Aufwand bei Schornsteinfeger
  • höherer Brennwertnutzen und breiterer Brennwertbereich
  • geringere CO2-Ausstöße
  • sehr viel weniger Feinstaub und Stickoxide

Ein weiterer Vorteil: Flüssiggas ist bereits heute als regenerativer Brennstoff erhältlich. Erkennt die Regierung das sogenannte BIO-LPG (Bio-Flüssiggas) als solches an, ist es die einfachste Möglichkeit, gesetzliche Anforderungen an den Anteil regenerativer Energien beim Heizungstausch zu erfüllen. Außerdem lässt sich der bilanzielle CO2-Ausstoß mit Bio-Flüssiggas um bis zu 80 Prozent senken, was auch den Klimazielen der Bundesregierung zugutekommt.

Brennstoffzellenheizung für Strom und Wärme

Teurer in der Anschaffung, dafür aber wesentlich umfangreicher in der Funktion, ist die sogenannte Brennstoffzellenheizung. Die Anlagen nutzen einen elektrochemischen Prozess, bei dem Wasserstoff unter kontrollierten Bedingungen mit Sauerstoff aus der Luft reagiert.

Strom und Wärme gleichzeitig

Neben Wärme zum Heizen entsteht bei der sogenannten kalten Verbrennung auch Strom. Das heißt: Hausbesitzer können sich mit einer Brennstoffzellenheizung zumindest teilweise autark versorgen. Sie erlangen eine hohe Unabhängigkeit von öffentlichen Stromanbietern und senken ihre Energiekosten spürbar. Das Gute daran: Einen Wasserstofftank müssen Hausbesitzer für die Technik nicht installieren. Denn den Rohstoff gewinnen moderne Anlagen aktuell aus Erdgas. In Zukunft sollen auch Flüssiggas-Brennstoffzellenheizungen am Markt verfügbar sein. Theoretisch ist das bereits heute möglich.

Hohe Kosten für die Brennstoffzelle

Einen Haken hat die Technik aber. Denn trotz staatlicher Förderung und Abwrackprämie für alte Ölheizungen oder Gasheizungen sind Brennstoffzellenheizungen noch immer sehr teuer. Vor der Anschaffung sollten Hausbesitzer daher einen unabhängigen Experten (Energieberater) mit einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung beauftragen.

Holzscheit-, Hackschnitzel- und Pelletheizungen

Die Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen können Hausbesitzer aber auch in eine Holzheizung stecken. Zur Auswahl stehen dabei Scheitholzvergaser-, Hackschnitzel- und Pelletheizungen. Erstere verbrennen gespaltene Holzstücke vergleichsweise effizient. Da die Scheite täglich von Hand nachzulegen sind, kommt diese Heizungsart heute allerdings für wenige Hausbesitzer infrage. Eine Alternative ist die Pelletheizung. Diese verbrennt gepresste Holzstäbchen vollautomatisch.

Trockener Platz für Pellets benötigt

Die Pellets lagern in einem Speicher in oder vor dem Haus und lassen sich von da aus bedarfsgerecht zum Kessel transportieren. Eigenheimbesitzer haben in der Regel kaum etwas zu tun – die Asche müssen sie rausbringen. Hackschnitzelheizungen funktionieren auf gleiche Weise. Sie verbrennen aber zerhäckselte Holzreste, die in der Regel weniger Energie beinhalten. Die Lager müssen dementsprechend größer sein. Die größten Nachteile hier: Hackschnitzel- und Pelletheizungen benötigen viel Platz im Haus und sind trotz Abwrackprämie für alte Heizungen kostenintensiv. Holz sowie Pellets lassen sich außerdem nur in einem gewissen Maße nachhaltig bereitstellen. Steigt der Bedarf sehr stark an, könnten die Brennstoffe knapp und damit auch sehr teuer werden. Zudem ist der CO2-Ausstoß rund doppelt so hoch wie bei Gas, wenn nicht im gleichen Maße neues Holz nachwächst, welches gerade in Heizungen verbrannt wird.

Wärmepumpen für neue und alte Häuser

Abwrackprämie für die Heizung beantragen, Kessel aus- und Wärmepumpe einbauen. Auch das ist ein denkbarer und umweltfreundlicher Weg. Denn Wärmepumpen nutzen einen mit Gas oder Strom angetriebenen Prozess, um kostenfreie Wärme aus der Luft, der Erde oder dem Wasser zum Heizen nutzbar zu machen. Effizient funktioniert das allerdings nur, wenn die Heizung das eigene Haus auch mit niedrigen Systemtemperaturen wohlig warm bekommt. Voraussetzung dafür sind große Heizflächen und gedämmte Wände. Vor allem bei einem Heizungstausch im Altbau kann das mit hohen Zusatzkosten verbunden sein, weshalb sich die Wärmepumpe hier nicht immer lohnt. Außerdem befürchten einige Experten Folgendes: Installieren viele Hausbesitzer mit einem Mal eine Wärmepumpe, würde das zu einem sehr hohen Strombedarf im Winter führen, der die Netze überlasten könnte. Eine Alternative: Die Flüssiggas-Wärmepumpe, die ohne Strom als Antriebsenergie auskommt.

Individuelle Beratung hilft, die Abwrackprämie für Heizungen gewinnbringend einzusetzen

Die vorangegangenen Abschnitte zeigen: Heute gibt es viele Möglichkeiten, die Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen einzusetzen. Welche davon am besten geeignet ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Denn das hängt sehr stark von den örtlichen Gegebenheiten und dem aktuellen Gebäudezustand ab. Die Lösung, die aus ökologischer und finanzieller Sicht am besten geeignet ist, finden Hausbesitzer nur mit der individuellen Beratung durch einen Energieberater.