Konditionen & Beantragung
Abwrackprämie für Ölheizungen und Gasheizungen: die Konditionen im Überblick, die anrechenbaren Kosten und der Weg zum Antrag bei der BAFA.
Abwrackprämie für Ölheizungen und Gasheizungen: Konditionen im Überblick
Die Abwrackprämie für alte Heizungen gibt es seit 2020 vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Über das Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ können Bauherren und Hausbesitzer dabei Zuschüsse in Höhe von 20 bis 45 Prozent der Kosten des Heizungstauschs beantragen. Wie hoch die Förderung im Detail ausfällt, hängt dabei von der Art der neuen und der alten Heizung ab, wie die folgende Tabelle zeigt.
| Heizung | Zuschusshöhe | Neubau / Sanierung | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| „Renewable Ready“ Gasbrennwertheizung | 20 Prozent | Sanierung | Einbau einer Gasheizung, die für den Einsatz regenerativer Energien vorbereitet ist (spezielle Regelung, Wärmespeicher). Nachrüsten einer Solar-, Biomasse- oder Wärmepumpenanlage spätestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme. Die erneuerbare Energieanlage muss dann mindestens 25 Prozent der Heizlast decken. |
| Hybride Gasbrennwertheizung | 30 Prozent | Sanierung | Einbau einer Flüssiggasheizung in Kombination mit Solar, Biomasse oder Wärmepumpe. Die erneuerbare Energieanlage muss mindestens 25 Prozent der Heizlast decken. |
| Solarthermie | 30 Prozent | Neubau / Sanierung | Einbau von Solarthermieanlagen, die überwiegend der Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung, der Kälteerzeugung oder der Zuführung der Wärme/Kälte in ein Wärme- oder Kältenetz dienen. |
| Biomasseheizung | 35 Prozent | Neubau / Sanierung | Einbau von Scheitholzvergaser-, Pellet- oder Hackschnitzelkesseln sowie Pelletöfen mit Wassertasche. Die Heizleistung muss jeweils mindestens 5 kW betragen. |
| Wärmepumpe | 35 Prozent | Neubau / Sanierung | Einbau einer Elektro- oder Gaswärmepumpe, die kostenfreie Umweltwärme für die Heizung und die Warmwasserbereitung nutzbar macht. Gilt nicht für Trink- oder Brauchwasserwärmepumpen. |
| Austausch einer Ölheizung | 10 Prozent zusätzlich | Sanierung | Austausch einer mindestens zwei Jahre alten Ölheizung. Für „Renewable Ready“ Gasbrennwertheizungen und Solarthermieanlagen gibt es die höhere Abwrackprämie für Ölheizungen nicht. |
Wichtig: Die Abwrackprämie für alte Heizungen (egal welcher Art) gibt es nur, wenn die bestehende Anlage mindestens zwei Jahre alt ist. Außerdem darf die Austauschpflicht nach § 10 der Energieeinsparverordnung noch nicht gelten. Das heißt: Kessel müssen jünger als 30 Jahre sein oder auf Niedertemperatur- bzw. Brennwerttechnik basieren.
Welche Kosten sind bei der BAFA-Förderung anrechenbar?
Wer die Austauschprämie für alte Heizungen in Anspruch nehmen möchte oder eine geförderte Heizung im Neubau einbauen will, kann nahezu alle Kosten anrechnen. Angefangen von der Demontage und dem Öltank entsorgen bis hin zum Kauf und der Montage der neuen Heizung. Darüber hinaus sind sogar Gasanschlüsse, Flüssiggastanks und erforderliche Verrohrungen mitförderbar. Leider nicht gefördert wird, wenn Sie sich zur Übergangsversorgung eine mobile Heizung mieten. Wem das zu teuer ist, kann sich bei einer Gasheizung auch mit einer Gasflasche zur Übergangsversorgung helfen. Diese müssen zwar häufig gewechselt werden, sind aber dafür recht günstig. Achten Sie darauf, dass es sich um Pfandgasflaschen handelt, damit Sie diese zurückgeben können.
Wer kann die Abwrackprämie für alte Heizungen beantragen?
Mit Ausnahme von Bund, Ländern und deren Einrichtung profitieren alle von der Austauschprämie, die eine neue Heizung einbauen. Antragsberechtigt sind dabei Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, freiberuflich Tätige, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften und Zweckverbände, Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und Genossenschaften.
Wie erfolgt die Beantragung der Abwrackprämie für Heizungen?
Die Beantragung der Abwrackprämie muss unbedingt vor der Beauftragung eines Fachbetriebes erfolgen. Möglich ist sie über Online-Formulare auf der Webseite des BAFA. Da sich die Kosten später nicht mehr nach oben korrigieren lassen, sollten sich Hausbesitzer ein detailliertes Angebot erstellen lassen. Das verhindert, dass die Förderung durch viele Nachträge letztlich zu gering ausfällt.
Ergänzungskredit: Förderung mit KfW-Programm 167 kombinieren
Bleibt trotz Abwrackprämie für alte Heizungen eine Finanzierungslücke, können Hausbesitzer diese mit zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau ausgleichen. Erhältlich sind die Kredite über das KfW-Programm 167, wenn die Anlage die BAFA-Fördervoraussetzungen erfüllt. Die Beantragung erfolgt ebenfalls vor dem Beginn der Maßnahme, allerdings über die eigene Hausbank.